Kokain verkauft als Ketamin

Information · Falschdeklaration · 04.04.2026 · Zürich (DIZ)

Wirkstoffe und Gehalt

  • Cocain*HCl 90.6 %

Risikoeinschätzung

Eine als Ketamin deklarierte Probe enthielt anstelle von Ketamin das stimulierende Alkaloid Kokain ohne jegliche Spuren von Ketamin.

Kokain hat im Gegensatz zu Ketamin nicht eine dissoziative und sedierende, sondern eine stark aufputschende und euphorisierende Wirkung. Es besteht die Gefahr einer Überdosierung, da Konsumierende aufgrund der ausbleibenden Ketamin-typischen dissoziativen Effekte wiederholt nachdosieren könnten. Ketamin wird normalerweise niedriger dosiert (nasal: ca. 20-75mg) als Kokain (nasal: 50-100mg). Da die erwartete dissoziative Ketamin-Wirkung ausbleibt, besteht die Gefahr, weitere Dosen zu konsumieren. Dies kann bei Kokain zu unerwünschten stimulierenden Effekten führen, einschließlich erhöhter Herzfrequenz, Bluthochdruck, Unruhe, Angstzuständen und bei wiederholtem Nachdosieren zu Erschöpfung und kardiovaskulären Belastungen.

Kokain ist ein Stimulans aus der Coca-Pflanze und wirkt als Dopamin-, Noradrenalin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Im Gegensatz zu Ketamin, welches als NMDA-Rezeptor-Antagonist dissoziative Zustände hervorruft, erzeugt Kokain Stimulation, Euphorie und gesteigerte Wachheit. Die Wirkdauer von Kokain ist zudem kürzer als die von Ketamin, was das Risiko von ungewolltem Nachkonsum verstärken kann.

Bei Pulvern und kristallinen Proben kommt es immer wieder zu Falschdeklarationen; auch diese deshalb unbedingt vor dem Konsum testen lassen!