NEH verkauft als 2-MMC

Warnung · Falschdeklaration · 27.06.2026 · Zürich (DIZ)

Wirkstoffe und Gehalt

  • N-Ethylnorhexadrone (Menge nicht bestimmbar)

Risikoeinschätzung

Eine als 2-MMC abgegebene Probe enthält kein 2-MMC, sondern N-Ethylhexedron (NEH, “Hexen”) in unbekannter Menge. Bei Verwechslung besteht die Gefahr, dass von 2-MMC typischen Dosierungen ausgegangen wird. NEH ist deutlich potenter und wirkt bereits in tiefen Dosierungen, weshalb eine Überdosis mit starkem Herzrasen, Angst und starker Kreislaufbelastung sehr wahrscheinlich ist. Da die Menge NEH in der Probe unbekannt ist, kann keine Aussage zur Wirkstärke gemacht werden.

2-MMC ist ein synthetisches Cathinon mit stimulierender, leicht euphorisierender Wirkung, vergleichbar mit einer schwächeren Variante von 4-MMC (Mephedron). Typische Dosierungen liegen bei 40-80 mg (geschnupft), die Wirkdauer ist kurz. NEH gehört auch zur Gruppe der synthetischen Cathinone, wirkt jedoch bereits bei 20-30 mg (geschnupft) intensiv. In seiner Wirkung wird es mit 4-MMC, Kokain und Methamphetamin verglichen. NEH hat einen raschen Wirkungseintritt, eine kurze Wirkdauer und birgt darum ein hohes Risiko für zwanghaftes Nachdosieren ("Craving"). Konsumierende berichten von starkem, teils länger anhaltendem Herzrasen, kalten Händen und Füssen (Gefässverengung) sowie unangenehmen Nachwirkungen ohne Euphorie. Als Nebenwirkungen sind Bluthochdruck, Zittern, Brustschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Taubheitsgefühle und Überhitzung dokumentiert. NEH gilt als kaum erforschte Substanz mit hohem Abhängigkeitspotential.


Vom Konsum dieser Probe wird abgeraten. Falls dennoch konsumiert wird, sollte mit einer sehr niedrigen Testdosis begonnen werden. Es sollte nicht nachgelegt werden, auch wenn die erwartete Wirkung ausbleibt. Der Konsum sollte nie alleine erfolgen, eine Vertrauensperson sollte informiert sein und kein Mischkonsum mit anderen Stimulanzien (wie z.B. Amphetamin oder Kokain) eingegangen werden. Bei Pulvern kommt es immer wieder zu Falschdeklarationen; diese deshalb wenn möglich vor dem Konsum testen lassen.