Kokain mit Procain und Koffein verkauft als MDMA

Information · Falschdeklaration · 01.08.2026 · Bern (DIB)

Wirkstoffe und Gehalt

  • Cocain*HCl 58 %
  • Procain*HCl 24 %
  • Coffein 1 %

Risikoeinschätzung

Bei dieser als MDMA deklarierten Probe handelte sich nicht um MDMA, sondern hauptsächlich um Kokain.

Kokain gehört, wie auch MDMA, zur Gruppe der Stimulanzien und wirkt ebenfalls aufputschend / stimulierend. Die konsumierende Person erlebt jedoch nicht die für MDMA typische Wirkung der gesteigerten Empathie, weshalb möglicherweise nachdosiert und dadurch eine extrem hohe Menge Kokain eingenommen wird. Kokain wird (bei oralem Konsum) im Vergleich zu MDMA  tiefer dosiert. Die Wirkung tritt schneller ein, hält jedoch weniger lange an. Eine Verwechslung mit MDMA kann zu einer unangenehmen und psychisch überfordernden Wirkung führen. Nach der Einnahme einer hohen Dosis Kokain können als Nebenwirkungen unter Anderem innere Unruhe, Herzrhythmusstörungen, Halluzinationen, psychotische Episoden, Angstzustände auftreten.

Zusätzlich wurde 21% Procain in der Probe nachgewiesen. Procain ist ein in der Medizin kaum noch angewandte Lokalanästhetikum. Es wirkt bereits bei äusserlicher Anwendung hemmend auf Nerven und somit schmerzlindernd. In Kokainproben wird Procain regelmässig als Streckmittel analysiert. Oft handeltes sich um einen geringen Anteil, welcher vernachlässigt werden kann.

Im Vergleich zu Kokain oder MDMA, weist Procain kaum bis keine psychoaktive Wirkung auf. Jedoch kann bereits bei nasalem Konsum mit ähnlicher Dosierung ungewollte, negative Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem (u.a. Herzrhythmusstörungen) haben. 

Bei Pulvern und kristallinen Proben kommt es immer wieder zu Falschdeklarationen und Verunreinigungen; diese deshalb unbedingt vor dem Konsum testen lassen!