Synthetische Cathinone gehören innerhalb der Gruppe der Amphetamine zu den Cathinon-Derivaten. Cathinone sind synthetische Substanzen, die aus dem natürlichen Cathinon abgeleitet sind, das in der Khat-Pflanze (Catha edulis) vorkommt.[1]

Synthetische Cathinone umfassen eine Vielzahl von Substanzen, die sich in ihrer chemischen Struktur unterscheiden. Zu den bekanntesten synthetischen Cathinonen gehören[2]:

  • Mephedron (4-MMC / 4-Methylmethcathinon)
  • Metaphedron (3-MMC / 3-Methylmethcathinon)
  • Methylon (MDMC / 3,4-Methylendioxy-N-methylcathinon)
  • α-PVP (α-pyrrolidinovalerophenone)
  • MDPV (3,4-Methylenedioxypyrovalerone)
  • Methcathinon (Ephedron / 2-Methylamino-1-phenylpropanon)

Weitere synthetische Cathinone sind Ortomephedrone (2-MMC / 2-Methylmethcathinon), Clophedron (3-CMC / 3-Chloromethcathinon), Clephedron (4-CMC / 4-Chloromethcathinon), 4-MEC (4-Methyleth­cathinon), Pentedron (α-Methylaminovalerophenone), Dipentylon (N,N-Dimethylpentylon) und viele weitere.

  • Gruppe

Stimulanzien

  • Erscheinungsformen

Synthetische Cathinone werden in der Regel als Pulver oder Kristalle verkauft, aber auch Kapseln und Tabletten sowie Vapes, die Cathinone enthalten, sind erhältlich.[3]

  • Konsumformen

Cathinone werden geschnupft, gespritzt, geschluckt oder geraucht.

  • Dosierung

Hängt von der Art des Cathinons, der Konsumform und der Reinheit des Substanz ab. Mehrere Cathinone sind bereits im mg-Bereich aktiv. Es ist wichtig, sich gut zu informieren und eine Milligramm-Waage zu benutzen, um Überdosierungen zu vermeiden.

 

[1] https://www.euda.europa.eu/publications/drug-profiles/synthetic-cathinones_de
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Phenylethylamine#Cathinone
[3] https://assets.publishing.service.gov.uk/media/67a09f4a1f9e7f7dcc7b3fa8/Synthetic_Cathinones_final_4_-_3_February.pdf

Die Wirkungen synthetischer Cathinone sind von Substanz zu Substanz unterschiedlich, aber im Allgemeinen ähnelt die Wirkung der von MDMA, Amphetamin oder Kokain. Einige Cathinone haben eine eher kokain- oder amphetaminähnliche Wirkung, bei anderen ist die empathogene und entaktogene Komponente stärker ausgeprägt und gleichen insofern der Wirkung von MDMA. Je stärker die Wirkung auf die Dopaminrezeptoren, desto eher weisen die Substanzen amphetamin-ähnliche Effekte auf (z. B. 3-MMC). Wirken die Substanzen stärker auf die Serotoninrezeptoren, desto stärker fällt die empathogene, MDMA-ähnliche Wirkung aus (z. B. 4-MMC, 4-CMC).[1] Die Wirkungen, die die Konsumierenden von diesen Substanzen erwarten, sind die Steigerung von Energie, Wachsamkeit, Stimmung, Kontaktfreudigkeit, sensorischen Erfahrungen, Einfühlungsvermögen, Selbstvertrauen und sexueller Erregung. Des Weiteren bewirken Cathinone eine Unterdrückung des Hunger- und Durstgefühls und des Schlafbedürfnisses.

Die Wirkungen und ihre Dauer sind je nach Substanz und je nach Konsumform unterschiedlich.

 

[1] https://triptalks.at/substanzen/substanzen-a-z/synthetische-cathinone 

Zu Cathinonen liegen keine gesicherten Informationen zu Toxizität, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen vor. Der Konsum dieser Substanzen birgt dementsprechend unbekannte Risiken.

Zu den akuten Risiken gehören Nasenreizungen, wundem Mund und Hals sowie Nasenbluten beim Sniffen. Unerwünschte Nebenwirkungen sind Unruhe, Angst, Verwirrung, Zittern, Zähneknirschen, Kopfschmerzen, Halluzinationen und Psychosen oder Paranoia, Krampfanfälle und depressive Verstimmungen nach dem Konsum. Der Konsum synthetischer Cathinone kann ebenfalls mit Herz-Kreislauf-Problemen wie Herzklopfen (Tachykardie), Brustschmerzen oder Bluthochdruck verbunden sein. Zu Mephedron liegen einige wissenschaftliche Arbeiten zur Toxizität vor; diese zeigen, dass die akuten toxischen gesundheitlichen Auswirkungen von Mephedron im Grossen und Ganzen mit denen anderer Stimulanzien wie Amphetamin und MDMA ähneln. Dies gilt wahrscheinlich auch für die Wirkungen vieler anderer synthetischer Cathinone.


Langzeitrisiken

Die meisten synthetischen Cathinone erzeugen (vor allem nasal konsumiert) einen starken Nachlegedrang (Craving), was das Abhängigkeitspotential erhöht. Den geringsten Nachlegedrang erzeugen synthetische Cathinone beim oralen Konsum. Zudem stehen Chlor-substituierte Methcathinone (x-CMC) im Verdacht stark neurotoxisch zu sein (Gefahr von Hirnschäden).

Weitere mögliche Folgen sind Schlaganfälle, Herzinfarkt sowie Leber- und/oder Nierenversagen. Auch der Zerfall von Muskelfasern wird als mögliche Komplikation genannt.

Advisory Council on the Misuse of Drugs (2025): Synthetic cathinones: an updated harms assessment. February 2025.

  • In den Drug Checkings werden sehr viele falschdeklarierte Cathinone getestet. Daher wenn immer möglich ein Drug-Checking-Angebot nutzen oder zuerst eine kleine Menge antesten.
  • Über Neue Psychoaktive Substanzen gibt es nur wenige Informationen. Beim Konsum lässt man sich somit auf unbekannte Risiken ein.
  • Bevor du Cathinone konsumierst, solltest du dich immer so gründlich wie möglich über die konkrete Substanz und die entsprechende Dosierung informieren. Sammle wenn möglich Erfahrungsberichte oder Empfehlungen von anderen Konsumierenden.
  • Die Grundstimmung und das Umfeld (Set und Setting) beachten.
  • Genügend alkoholfreie Getränke trinken und Pausen an der frischen Luft machen.
  • Freund:innen sollte darüber informiert werden, was und wie viel konsumiert wird.
  • Längere Konsumpausen können dem Gewöhnungseffekt und einer Abhängigkeitsentwicklung entgegenwirken.
  • Akzeptieren, wenn die Wirkung zu Ende geht und nicht gleich nachlegen.
  • Auf Mischkonsum verzichten, da unerwartete und gefährliche Wechselwirkungen auftreten können.
  • Auf den Konsum von weiteren serotoninausschüttenden Substanzen wie MDMA, 4-FA, Methamphetamin etc. verzichten. Es kann zu einem lebensgefährlichen Serotonin-Syndrom kommen!
  • Personen mit Bluthochdruck, Herzproblemen, Schilddrüsenüberfunktion, Leber- und Nierenerkrankungen oder Kreislaufproblemen sollten keine Neue Psychoaktiven Substanzen einnehmen.
  • Wenn Cathinone in einem sexuellen Kontext (Chemsex) verwendet werden, ist es wichtig, stets die aktive Zustimmung einzuholen und die Safer-Sex-Regeln einzuhalten.
  • Bei intravenösem Konsum immer sterile Spritzen verwenden, um die Übertragung von Infektionskrankheiten (HIV, Hepatitis C) zu vermeiden.

Vorsicht beim Mischkonsum!

  • Gemäss dem derzeitigen Informationsstand bergen die meisten Mischungen unerwartete und in einigen Fällen lebensbedrohliche Risiken. Daher ist es am besten, auf jegliche Mischungen zu verzichten.

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