Ketamin (Ketaminhydrochlorid) ist ein synthetisches Narkosemittel. Teilweise wird das NPS Methoxetamin als Ketamin verkauft.

Gruppe: Psychedelika

Erscheinungsformen: flüssig als Lösung oder als weisses, kristallines Pulver.

Konsumformen: Ketamin wird geschnupft, geschluckt oder gespritzt (intramuskulär oder intravenös).

Dosierung: 50 – 200 mg geschnupft, 250 – 400 mg geschluckt; 70 – 150 mg intramuskulär, 50 mg intravenös gespritzt.

Eine bruchstückhafte Auflösung der Umwelt und des Körperempfindens sind möglich, Gedanken können abreissen, Gefühle der Schwere­losigkeit oder des Schwebens können auftreten. Sinneswahrnehmungen und Raum-Zeit-Empfinden verändern sich. Bei höheren Dosierungen kann es zur Loslösung vom eigenen Körper und/oder zur Ich-Auflösung oder Verschmelzung mit der Umgebung kommen. Beim Runterkommen setzt meist eine leicht halluzinogene Wirkung ein.

Wirkungseintritt: geschnupft nach 5 – 10 Min., geschluckt nach 15 – 20 Min., intramuskulär gespritzt innerhalb von 2 – 5 Min., intravenös 1 – 3 Min.

Wirkdauer: je nach Dosis und Konsumform 45 Min. bis 2 Std. (oral)

Nacheffekte: 1 Std. (nasal) bis 8 Std. (oral)

Bewegung und Kommunikation können stark eingeschränkt werden. Partielle oder vollständige Schmerz­unempfindlichkeit, Koordinations­störungen, eingeschränkte Beweglichkeit, Schwächeempfinden, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen,
unkoordinierte Muskelbewegungen, Schwindel, verwaschene Sprache, erhöhter Puls und Blutdruck sowie Herzrhythmusstörungen sind möglich. Bei hohen Dosen: Muskelsteifheit, Lähmungserscheinungen und Narkose; bei sehr hohen Dosen: epileptische Anfälle und Koma. Ketamin belastet das Herz-Kreislauf-System.

Ein Ketamin-Trip kann psychisch sehr belastend sein. Viele Ketamin­ User/-innen berichten von Nahtod­erfahrungen, Alptraum-Halluzinationen, Tunnel-Visionen, Blackouts und kurzen Phasen von Gedächtnisverlust. Nach mehrmaligem Konsum innerhalb kurzer Zeit kommt es zur Toleranzbildung und die Wirkung lässt nach.


Langzeitrisiken

Ketamin kann eine Abhängigkeit mit psychischen Symptomen verursachen; chronischer Gebrauch schädigt Leber und Nieren und kann zu depressiven Verstimmungen und Ängstlichkeit führen. Möglicherweise kann Ketamin schon in geringen Dosen Funktionsstörungen in Gebieten des Gehirns auslösen, die für Gedächtnis, Lernen und Wahrnehmung verantwortlich sind. Die Störungen werden bei häufigem Konsum und hohen Dosen stärker.

  • Beim Ketamin auf dem Schwarzmarkt handelt es sich meist um ein Racemat, d.h. eine Mischung zwischen S- und R-Ketamin (S-Ketamin ist doppelt so potent wie R-Ketamin).
  • Ketamin ist keine Partydroge. Falls du doch an einer Party konsumierst, dosiere niedrig (max. 50 mg nasal / 100 mg oral).
  • Nimm Ketamin auf keinen Fall allein und achte auf eine möglichst vertraute und angenehme Umgebung.
  • Plane genügend Zeit ein, um danach den Trip in Ruhe verarbeiten zu können.
  • Dosiere vorsichtig und nimm Ketamin nicht auf vollen Magen.
  • Du brauchst einen Platz zum Sitzen oder Liegen: Ketamin beeinträchtigt deine motorischen Fähigkeiten; bei hohen Dosen ist es möglich, dass du zusammensackst oder in Ohnmacht fällst.
  • Wegen der Schmerzunempfindlichkeit kannst du dich verletzen, ohne es zu bemerken.
  • Personen mit Herz-Kreislaufbeschwerden, Bluthochdruck oder Grünem Star sollten auf den Konsum von Ketamin unbedingt verzichten!

Substanzgruppen