Meskalin ist eine natürlich vorkommende halluzinogene Substanz aus der Stoffklasse der Phenethylamine. Meskalinhaltige Kakteen werden in Lateinamerika seit Jahrtausenden für rituelle Zwecke verwendet. Bei uns sind die synthetischen Meskalinderivate der 2C-X Familie häufiger verbreitet.

  • Gruppe

Psychedelika

  • Erscheinungsformen

Meskalin ist ein natürliches Alkaloid, welches u.a. im Peyote- (Lophophora williamsii) und San Pedro-Kaktus (Echinopsis pachanoi) vorkommt. Das Pflanzenmaterial wird getrocknet und zerkleinert, in Kapseln abgefüllt oder direkt zu einem Sud verarbeitet.

  • Konsumformen

Getrunken/geschluckt.

  • Dosierung

210-420 mg (Sulfat), 200-400 mg (HCl). Oral eingenommen gelten 3 – 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht als halluzinogene Dosis. Die Dosierung kann bei Pflanzenmaterial sehr unterschiedlich sein und es sollten spezifische Informationen eingeholt werden.

Der Meskalinrausch wird als psychedelisch-visionärer, ekstatischer, von Glücksgefühlen begleiteter Zustand beschrieben, von grosser Klarheit jedoch ohne die metallene Schärfe von LSD.

Vor dem Wirkungseintritt kann es oft zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Der Trip beginnt mit Hyperaktivität und innerer Unruhe[1], dann stellt sich eine veränderte, geschärfte Wahrnehmung und eine intensive visuelle Wirkung ein.

Im weiteren Verlauf kommt es zu einem sanften dahingleitenden Erlebnis. Es wird von Visionen und einer Euphorie von religiöser Tiefe berichtet, von der Verbundenheit mit etwas Uraltem, dem Gefühl einer visionären Erfahrung und der Veränderung des Ich-Empfindens sowie von Gefühlen der Ich-Auflösung.

Die Phase des Herunterkommens ist weicher als bei anderen Psychedelika.

  • Wirkungseintritt

45 Minuten – 1.5 Stunden nach der Einnahme

  • Wirkdauer

8 – 14 Stunden

  • Nacheffekte

6 – 36 Stunden[2]

 

[1] https://www.erowid.org/experiences/subs/exp_Mescaline.shtml
[2] https://psychonautwiki.org/wiki/Mescaline

Die pharmakologischen Wirkungen des Meskalins und der bittere Geschmack führen in der Anfangsphase des Trips häufig zu Übelkeit, teilweise zu Erbrechen und Durchfall. Bei Erbrechen kann sich die Konsument:in am Erbrochenen verschlucken(Erstickungsgefahr)!

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind: Erhöhung des Pulses und des Blutdrucks, Mundtrockenheit, Schwitzen, Pupillenvergrösserung, Orientierungslosigkeit, Verwirrung, Angstgefühle, Anstieg der Körpertemperatur[1].

 

[1] https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Meskalin

Langzeitrisiken

Es bleibt fraglich, ob der Konsum von Meskalin eine latente (verborgene) psychische Störungen auslösen kann[1]. Bei wiederholtem Gebrauch über kurze Zeit kann eine wenige Tage anhaltende Toleranz entstehen.

 

[1] https://doi.org/10.1371/JOURNAL.PONE.0063972

Ann Shulgin Alexander Shulgin, PiHKAL: A Chemical Love Story (Berkeley: Transform Press, 1995).

Fry GF Adovasio JM, ‘Prehistoric Psychotropic Drug Use in Northeastern Mexico and Trans-Pecos Texas’, Econ Bot., 30 (1976), 94–96.

Barratt Mj & Kuypers Kpc Winstock Ar, Timmerman C, Davies E, Maier Lj, Zhuparris A, Ferris Ja, Global Drug Survey (GDS), 2021.

Christian Rätsch, Enzyklopädie Der Psychoaktiven Pflanzen, 7. Auflage (Aarau: AT-Verlag, 2004).

Daniel Trachsel, Psychedelische Chemie, 4. Auflage (Nachtschatten Verlag, 2000).

D.M. Turner, Der Psychedelische Reiseführer, 2., Aufl. (Nachtschatten Verlag, 2012).

Teri S. Krebs and Pål Ørjan Johansen, ‘Psychedelics and Mental Health: A Population Study’, PLOS ONE, 8.8 (2013), e63972

Michael Valentine Smith, ‘Psychedelics and Society’, Psychedelic Chemistry.

  • Meskalin ist nicht als Partydroge geeignet und sollte nur von erfahrenen Konsument:innen konsumiert werden.
  • Nimm Meskalin nur gut vorbereitet in einem Umfeld ein, in dem du dich wohl fühlst und nur zusammen mit erfahrenen Freund:innen (gutes Setting) und/oder einem Tripsitter (nüchterne Person).
  • Nimm Meskalin nur, wenn du dich psychisch und physisch gut fühlst (gutes Set).
  • Du solltest keine Angst, aber genügend Respekt vor der Meskalin-Wirkung haben.
  • Meskalin sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden. Fasten vor dem Trip kann helfen, die Wahrscheinlichkeit für Übelkeit und Erbrechen zu mildern.
  • Gegen die Übelkeit hilft es, wenn du Meskalin jeweils in kleinen Dosen zu dir nimmst.
  • Wirf nicht gleich nach, wenn es nicht sofort wirkt.
  • Lass dich während des Trips gehen und versuche nicht gegen die Meskalin-Wirkung anzukämpfen. Ein Tripsitter kann dir dabei behilflich sein.
  • Gegen Kreislaufbeschwerden kann Traubenzucker helfen.
  • Meide Strassen und andere „gefährliche“ Orte, dein Orientierungsvermögen kann gestört sein.
  • Trinke während des Trips genügend Wasser.
  • Vermeide unbedingt Mischkonsum, die Wirkung ist ansonsten nicht mehr abschätzbar.
  • Plane nach dem Trip genügend Zeit zur Erholung ein (mindestens 1 Tag).
  • Meskalin-Trips sollten Ausnahmeerlebnisse bleiben.
  • Bei Panikanfällen oder Horrortrips: Reizabschirmung, Ruhe bewahren, „talk down/through“
  • Personen mit psychischen Problemen oder Erkrankungen, Personen die Neuroleptika nehmen müssen, sowie Personen, mit Herzproblemen sollten auf den Konsum von Meskalin verzichten.

Gut zu wissen

Peyote ist ein extrem seltener, vom Aussterben bedrohter Kaktus. Er sollte zum rituellen Verwendungszweck von indigenen Kulturen vorbehalten bleiben[1]. Ausserdem ist er schwer zu züchten, da er sehr langsam wächst. Es sollten deshalb keine Pflanzenteile des Peyote-Kaktus gekauft oder online bestellt werden.

  • Mischungen mit besonders riskantem Wechselwirkungspotential

Unsicher: Tramadol. Vorsicht: Cannabis, Amphetamine, Kokain, DOx, 2C-x. Verstärkung: LSD, Pilze (Psilocybin), DMT[2].

 

[1] https://unitedplantsavers.org/species-at-risk-list/peyote-lophophora-williamsii-2/
[2] https://drugs.tripsit.me/Mescaline