Methamphetamin (N-Methylamphetamin) ist ein synthetisches Amphetaminderivat. Da Methamphetamin rascher ins Gehirn gelangt als Amphetamin und der aufputschende Effekt stärker ist, bewirkt es einen potenzierten Rausch und hat ein höheres Suchtpotenzial als Amphetamin.

Gruppe: Stimulanzien

Erscheinungsformen: Pillen (Yaba, Thaipille, Pervitin®) oder kristallines Pulver (Crystal, Ice, Pico).

Konsumformen: Methamphetamin wird geschluckt, geschnupft, seltener geraucht oder gespritzt.

Dosierung: 5 – max. 40 mg, abhängig von Reinheit und Aufnahmeform.

Noradrenalin und Dopamin werden gleichzeitig ausgeschüttet; ausgeprägte Leistungssteigerung, gesteigertes Selbstwertgefühl, Euphorie, Enthemmung und Luststeigerung; Methamphetamin wird auch als Sexdroge verwendet. Anstieg der Körpertemperatur, beschleunigter Puls und Atmung, erhöhter Blutdruck, Hunger und das Bedürfnis nach Schlaf werden unterdrückt. Erhöhte Risikobereitschaft, unterdrücktes Schmerzempfinden, extreme Nervosität und ein gesteigerter Rededrang (Laberflash) sind weitere Wirkungsmerkmale. Methamphetamin wird im Körper schlecht abgebaut.

Wirkungseintritt: geschnupft nach ca. 10 – 20 Min., geschluckt nach 30 – 45 Min., geraucht innerhalb von wenigen Sek.

Wirkdauer: 6 – 12 Std. Nachdosiert kann die Wirkung länger als 24 Stunden anhalten.

Nacheffekte: bis zu 70 Std.

Kurzzeitnebenwirkungen sind verspannte Kiefermuskulatur, Mund­trockenheit, erhöhte Körpertemperatur, ausgeprägte Dehydration und erhöhte Herzfrequenz sowie erhöhter Blutdruck und Zittern am ganzen Körper, Reizbarkeit und aggressives Verhalten (am ausgeprägtesten in Kombination mit Alkohol).


Langzeitrisiken

Methamphetamin ist eine stark auszehrende Substanz mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential mit psychischen und körperlichen Symptomen. Ausgeprägte Downs, Aggressionen, Depressionen und das Verlangen nach mehr prägen die Zeit des regelmässigen Konsums. Es kann zu ständiger Unruhe, Schlaf- und Kreislaufstörungen, Paranoia bis hin zur Amphetaminpsychose kommen. Ausserdem sind Gewichtsverlust, Hautentzündungen («Speedpickel»), Zahnausfall, Nieren- und Lungenschäden, Magenbeschwerden und Krämpfe möglich. Bei Frauen kann der Monatszyklus gestört werden. Das Schnupfen schädigt Nasenschleimhäute und Nasenscheidewand, das Schlucken die Magenschleim­häute; das Rauchen schädigt die Lunge und erhöht das Krebsrisiko.

Der chronische Konsum begünstigt Hirnblutungen und Schlaganfälle mit plötzlichen Lähmungen.

Es wird vermutet, dass der Konsum von Methamphetamin das Gehirn irreversibel verändern oder schädigen kann.

  • Plane genügend Zeit für den Konsum und die Erholung danach ein.
  • Dosiere niedrig und lege nicht nach, Methamphetamin ist ein hochpotenter Stoff! Beachte Safer-Use- und die Safer-Sex-Regeln.
  • Iss vor und nach dem Konsum genug, um Gewichtsverlust vorzubeugen und nimm Vitamin C und D sowie Mineralien (Eisen, Kalzium und Magnesium) zu dir.
  • Das Down nach dem Konsum von Methamphetamin ist sehr ausgeprägt, achte deshalb darauf, Konsumpausen einzulegen; du solltest mindestens vier Wochen warten, bis du wieder konsumierst. Psychisch kranke Personen, Personen mit Blut­hochdruck, Leber- und Nieren­erkrankungen, Diabetiker/innen und Schwangere sollten kein Methamphetamin konsumieren.

Vorsicht beim Mischkonsum!

Substanzgruppen