• Gruppe

Halluzinogene, Delirantia

Die Wirkung ist sehr stark setting- und dosisabhängig. Die individuellen Unterschiede in Wirkung und Empfindlichkeit sind gross. Der Rausch kann leicht narkotisch und bewusstseinsverändernd sein, und reicht von leichter Sedation (oder Stimulation) und Wahrnehmungsverzerrungen bis zum totalen Realitäts- und Kontrollverlust. Im Unterschied zu klassischen Psychedelika können neben Pseudohalluzinationen auch echte Halluzinationen auftreten. So kann man im Extremfall Menschen sehen und mit ihnen Konversationen führen, die in Wirklichkeit nicht anwesend sind. Es  kann auch ein Gefühl entstehen völlig nüchtern zu sein, nur um im nächsten Moment zu merken, dass der Bezug zur Realität völlig dissoziiert ist. Zu den Inhaltsstoffen gehören die Alkaloide Scopolamin, Hyoscamin und Atropin.

  • Wirkungseintritt

Oral eingenommen nach 20–120 Min. Geraucht sofortiger Wirkeintritt.

  • Wirkdauer

Je nach Dosis und Konsumform 5 Std. bis mehrere Tage (!)

bis zu 10 Tagen

Häufige Nebenwirkungen sind geweitete Pupillen (zum Teil über mehrere Tage), Kribbeln auf der Haut und eine starke Austrocknung der Schleimhäute. Zudem sind die Augen lichtempfindlich. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind hohes Fieber, Schwindel, Taumeln sowie verschlechtertes Sehen im Nahbereich und zeitweilige Blindheit, was mitunter dazu führt, dass oft tagelang Schrift nicht entziffert werden kann. Bei hohen Dosierungen: Erinnerungslücken, Krämpfe und Atemprobleme sowie Delirium. Der Unterschied zwischen der wirksamen psychedelischen und der toxischen, allenfalls tödlichen Dosis ist gering. Wegen der Wirkstoffschwankungen von Pflanze zu Pflanze ist eine sichere Dosierung kaum möglich und das Risiko einer Vergiftung somit zusätzlich erhöht. Bei einer Überdosierung kann es zum Tod durch Herzversagen (in Folge Tachykardie), Hyperthermie oder Atemlähmung kommen.


Langzeitrisiken

Sind nicht erforscht.

Rätsch, C. (2005). The Encyclopedia of Psychoactive Plants: Ethnopharmacology and Its Applications. Rochester, VT: Park Street Press.

Julyan, M. (2014). Datura Stramonium L. - Narcotic, Anodyne or Poison? International Journal of Humanities and Social Science, 4(2), 177-185.

Arnett, A. M. (1995). Jimson Weed (Datura stramonium) Poisoning. Clinical Toxicology Review, 18(3), 1-6.

Soni, P., Siddiqui, A. A., Dwivedi, J., Soni, V. (2012). Pharmacological properties of Datura stramonium L. as a potential medicinal tree: An overview. Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine, 2(12), 1002-1008.

Bliss, M. (2001). Datura Plant Poisoning. Clinical Toxicology Review. 23(6).

Osváth P, Nagy A, Fekete S, Tényi T, Trixler M, Radnai I. A case of datura stramonium poisoning - general problems of differential diagnosis. Orv Hetil. 2000 Jan 16;141(3), 133-6.

Boumba VA, Mitselou A, Vougiouklakis T. Fatal poisoning from ingestion of Datura stramonium seeds. Vet Hum Toxicol. 2004 Apr;46(2), 81-2.

  • Unerfahrenen User:innen ist der Gebrauch von Nachtschattengewächsen wie Engelstrompete, Tollkirsche, Stechapfel, Bilsenkraut und Alraune dringend abzuraten. Insbesondere der orale Konsum ist oftmals hochgefährlich und unberechenbar.
  • Geraucht kann die Wirkung besser kontrolliert werden. Anfänglich sollte mit winzigen Mengen begonnen werden, um sich so an die verträgliche Dosis heranzutasten. Auch bei der Anwendung von Salben sollte wie beim Rauchen langsam an die optimale Dosis herangetastet werden. Bei zu kurzen Pausen kann sich die Wirkung über mehrere Tage summieren.
  • Vor dem Konsum nur leichte Nahrung zu sich nehmen und während des Trips viel trinken (am besten Tee).
  • Vorsicht: Es kann lange dauern, bis der Rausch eintritt. Man sollte nicht nachlegen, da sich die Dosis so zu einem späteren Zeitpunkt summiert, wodurch Vergiftungen mit möglicher Lebensgefahr auftreten können.
  • Wenn jemand nach Einnahme eines Nachtschattengewächs Anzeichen von starker Überforderung zeigt, dann sollte mittels beruhigender Aktionen wie ruhiges Zureden, Ausschalten von lauter Musik sowie ein Wechsel in eine sichere Umgebung ein möglichst entspanntes Setting geschafft werden. Bei selbst- oder fremdgefährdenden Verhalten sowie Symptomen von Tachykardie, Hyperthermie oder Atemlähmung (blaue Lippen, stockende, schwere Atmung) sofort die Sanität oder den Notarzt (Tel. 144) rufen.
  • Verzichte auf den Konsum von Nachtschattengewächsen, wenn du unter körperlichen oder psychischen Erkrankungen leidest.

Achtung!

Aufgrund des starken und schwer einschätzbaren Wirkpotenzials sollte man auf die gleichzeitige Einnahme anderer Substanzen verzichten.

Substanzgruppen