Halluzinogene Pilze mit den Wirkstoffen Psilocybin und Psilocin wachsen in der freien Natur und werden seit Urzeiten als Heilmittel und Rauschmittel genutzt.
Bekannteste Sorten: Spitzkegeliger Kahlkopf (Psilocybe semilanceata), «Mexikaner» (Psilocybe cubensis) und «Hawaiianer» (Panaeolus cyanescens).

Gruppe: Psychedelika

Erscheinungsformen: frische oder getrocknete Pilze, «Magic Truffles» (Amsterdam); synthetisches (reines) Psilocybin als weisses Pulver.

Konsumformen: gegessen, in Tee getrunken, selten geraucht (verminderte Wirkung!)

Dosierung: Der Wirkstoffgehalt unterliegt starken Schwankungen.

 

Durchschnittliche Dosierungen getrockneter Pilze (bei frischen Pilzen das Zehnfache):

Spitzkegeliger Kahlkopf
leicht 0,5 – 0,8 g
mittel bis stark 1,0 – max. 2 g 
«Hawaiianer»
leicht 0,3 – 0,5 g
mittel bis stark 0,5 – max. 2 g 
«Mexikaner»
leicht 0,5 – 1,5 g
mittel bis stark 1,5 – max. 5 g

Tiefe Dosen: anregend, euphorisierend, Lachflash; mittlere Dosen: leicht halluzinogen und die Phantasie anregend; hohe Dosen: stark halluzinogen, sehr psychedelisch. Verändertes Raum-Zeit-Empfinden – die Zeit dehnt sich aus, die Umgebung empfindet man oft als traumartig; visionäres Eintauchen in fremdartige Welten, tiefe Einblicke in sich selbst und ein Gefühl starker Verbundenheit mit der Natur.

Wirkungseintritt: zwischen 15 – 60 Min.

Wirkdauer: 3 – 7 Std., abhängig von Sorte und Zubereitung.

Nacheffekte: bis zu 6 Std.

Die Pupillen weiten sich, Puls und Blutdruck verändern sich, Erhöhung der Körpertemperatur (Schweiss­ausbrüche), Atembeschwerden und Herzrasen können auftreten. Gelegentlich kann es zu Übelkeit und Kreislaufkollaps (vor allem in Kombination mit Alkohol) kommen. Möglich sind auch Gleichgewichtsstörungen, Verwirrung und Angstzustände; bei Reizüberflutung können Panikattacken auftreten.


Langzeitrisiken

Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, vulnerable Psychosen können ausgelöst werden. Eine Psilocybin-Abhängigkeit ist nicht bekannt.

  • Beim Sammeln der Pilze in der Natur besteht Verwechslungs­gefahr durch tödliche Doppelgänger, behalte deshalb für den Fall einer Vergiftung immer einen Pilz übrig!
  • Konsumiere Pilze nur ausgeschlafen und in guter psychischer und physischer Verfassung (Set).
  • Achte auf das Setting. Wichtig ist ein geschützter Rahmen, Pilze sind keine Partydrogen. Konsumiere Pilze nicht alleine, sondern mit einer Begleitperson, der du vertraust. Meide Strassen und andere «gefährliche» Orte, dein Orientierungsvermögen kann gestört sein.
  • Konsumiere vor dem Trip eine leichte Mahlzeit; iss am besten 6 – 8 Stunden zuvor nur noch wenig, um Übelkeit und andere unangenehme Nebenwirkungen zu vermeiden.
  • Verwende wenn möglich getrocknete Pilze; wasche rohe Pilze vor dem Verzehr gut. Gut kauen!
  • Bei heiklen Momenten während des Trips: Lass dich gehen, versuche nicht, gegen die Wirkung der Pilze anzukämpfen.
  • Vermeide Mischkonsum, konsumiere Pilze auf keinen Fall zusammen mit Alkohol!
  • Bei Panikanfällen oder Horror­trips: siehe Broschüre unter Notfall.
  • Gönne dir nach dem Trip zumindest am Tag danach viel Ruhe und Erholung, um die Erfahrung verarbeiten zu können.

Vorsicht beim Mischkonsum!

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