Opioide sind natürliche, aus Opium gewonnene oder (halb-)synthetisch hergestellte Medikamente mit gleicher Grundstruktur (MST, Sevre Long,
Oxycodon, Fentanyl).

Gruppe: Downer

Erscheinungsformen: Opioide werden in Form von Tabletten, Kapseln, Tropfen, Schmelztabletten, als Injektion oder Pflaster hergestellt und als Schmerzmittel, Hustenstiller oder Narkosemittel verwendet. In der Substitutionsbehandlung bei Heroinabhängigkeit verwendet man die Präparate Methadon (u.a. Ketalgin®), Morphin (u.a. Sevre Long®, MST®) oder Buprenorphin (u.a. Subutex®).

Konsumformen: Direkt als Arzneimittel geschluckt, geschnupft, selten gespritzt oder als Zäpfchen rektal. Buprenorphin lässt man als Schmelztablette unter der Zunge zergehen.

Dosierung: stark vom Präparat und der Darreichungsform abhängig.

Methadon: 10 – 20 mg, max. 40 mg/Tag

Morphin: 30 – 60 mg, max. 200 mg/Tag

Buprenorphin: 0,4 – 0,8 mg, max. 2 mg/Tag

Oxycodon: 10 mg, max. 20 mg/Tag

Fentanyl: 200 – 400 Mikrogramm

Die Opioidwirkung ist individuell sehr verschieden und reicht von der schmerz- stillenden Wirkung über stille Euphorie, Beruhigung, Unbeschwertheit, (Selbst)Sicherheit, Angstminderung
bis zum Gefühl der Ekstase. In höheren Dosen tritt eine sedierende, beruhigende, Wirkung auf. 

Wirkungseintritt: Je nach Präparat nach 30 – 90 Min. (oral), rektal oder geschnupft nach 10 Min. Gespritzt: nach wenigen Sekunden.

Wirkdauer: Je nach Präparat 2 – 12 Std.

Nacheffekte: bis zu 24 Std.

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Juckreiz, Schwitzen, Verstopfung, Kältegefühl, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Magenkrämpfe. Bei hohen Dosen Verlangsamung und Dämpfung der Atmung, starke Schläfrigkeit und Betäubungsgefühl. Bei Überdosierung oder in Kombination mit anderen Downern kann es zu einem lebensgefährlichen Schockzustand, Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand (bis zum Tod) kommen.


Langzeitrisiken

Je nach Präparat kann rasch eine Gewöhnung an Dosis und Wirkung eintreten (Toleranzentwicklung).

Die Gefahr einer Abhängigkeit mit körperlichen und psychischen Symptomen ist gross. Entzugserscheinungen sind: zwanghaftes Konsumverlangen, Angst- und Erregungszustände, Schlaflosigkeit, Durchfall, Nasenlaufen, Niesen, Hühnerhaut, Übelkeit und Erbrechen.

  • Opioide sind hochwirksame Medikamente und sollten nur über eine eingeschränkte Zeit und bestenfalls in ärztlicher Begleitung konsumiert werden.
  • Beginn mit einer niedrigen Dosis und warte die Wirkung und Verträglichkeit ab, bevor du nachlegst. Überschreite die maximale Tagesdosis nicht.
  • Wenn du Opioide spritzt, dosiere noch vorsichtiger, da die Bandbreite zwischen erwünschter Wirkung (Rush) und gefährlicher Überdosis noch schwieriger einzuschätzen ist. Vermeide es, Fentanyl zu injizieren; das Überdosierungsrisiko ist hier besonders gross. Benutze immer neues (sauberes und steriles) Spritzmaterial! Tausche nie Spritzen, Filter, Wasser, Desinfektionstupfer, um eine Übertragung von Hepatitis und HIV zu vermeiden.
  • Verlass dich nicht auf Dosis­angaben von Kolleginnen oder Kollegen, die regelmässig Opioide konsumieren. Aufgrund der Gewöhnung oder Abhängigkeit sind deren Dosen deutlich höher und können für Neukonsumierende tödlich sein.
  • Lege zwischen dem Konsum längere Konsumpausen (mehrere Tage) ein.

Vorsicht beim Mischkonsum!

Substanzgruppen