Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) sind weitgehend unerforschte synthetische Substanzen mit psychoaktiver Wirkung. Aus chemischer Sicht handelt es sich bei NPS meist um Tryptamine, Phenethylamine, synthetische Cathinone, synthetische Cannabinoide und Piperazine. Räuchermischungen wie «Spice» enthalten eine pflanzliche Trägersubstanz und als psychoaktiven Wirkstoff ein synthetisches Cannabinoid. Durch Veränderungen der chemischen Struktur illegaler psychoaktiver
Substanzen werden neue Substanzen «designt», die nicht unter das Betäubungsmittel gesetz fallen und deshalb auch «Legal Highs» genannt werden. NPS tauchen immer wieder als Bestandteil von Amphetamin, Ketamin oder Ecstasy auf.

Erscheinungsformen: Als Reinsubstanz meist in Pulver («Research Chemicals»); vermengt mit anderen Stoffen als Pulver oder Pillen («Badesalze», «Partypills») oder auf Pflanzenmaterial aufgetragen als «Räuchermischung».

Konsumformen: Pulver werden meist geschnupft oder geschluckt, selten gespritzt; Pillen werden geschluckt und Räuchermischungen, teilweise zusammen mit Tabak, geraucht.

Dosierung: Hängt von der Substanz, der Konsumform und dem Reinheitsgehalt ab. Manche NPS sind in Mengen unter 1 mg hochwirksam!

NPS decken das gesamte Wirkspektrum psycho­aktiver Substanzen ab. Sie können euphorisierend und stimulierend (z.B. Mephedron, Methylon und MDPV), halluzinogen (z.B. NBOMe) oder sedierend (synthetische Cannabinoide, Methoxetamin) sein. Wirkungen (und Nebenwirkungen) können erheblich stärker ausfallen als bei ähnlichen, altbekannten Substanzen.

Wirkungseintritt: abhängig von Substanz und Konsumform.

Wirkdauer: abhängig von Substanz und Konsumform.

Nacheffekte: abhängig von Substanz und Konsumform.

Abhängig von Substanz und Dosierung. Es liegen wenig Informationen und kaum verlässliche Erfahrungs­berichte vor. Der Konsum kann immer auch unerwartete Nebenwirkungen hervorrufen, wie Kieferkrämpfe, erweiterte Pupillen, extreme Unruhe, Nervosität, Kopfschmerzen und Durchblutungsstörungen sowie Kältegefühl. Konsumierende berichten zudem von einem starken Down beim Herunterkommen, Schlaflosigkeit, Herzrasen, der Erhöhung des Blutdrucks und der Körpertemperatur sowie unangenehmem Körpergeruch. Oft folgt dem Konsum ein Craving.


Langzeitrisiken

Es gibt kaum verlässliche Angaben zu den Langzeitrisiken; vermutlich sind sie aber mit den Langzeitrisiken bekannter Substanzen vergleichbar, z.B. Veränderung des Serotoninhaushalts, Beeinträchtigung der intellektuellen Leistungsfähigkeit.

  • Nutze das Drug Checking, da es immer wieder zu Falschdeklarationen kommt oder sich die Zusammensetzung von Fantasie­produkten (z.B. Badesalzen) ändert.
  • Bevor du NPS konsumierst, solltest du dich intensiv über die Substanz und deren Dosierung informieren. Informiere dich bei anderen über Erfahrungen und Dosisempfehlungen!
  • Taste dich anhand von kleinen Mengen an die erwünschte Dosis heran.
  • Achte sehr genau auf die Dosierung; manche NPS sind bei weniger als 1 mg hochwirksam!
  • Informiere deine Kollegen darüber, was und wie viel du konsumiert hast.

Achtung!

Auch wenn NPS teilweise legal verkauft werden, sind sie nicht ungefährlicher als illegale Substanzen. Informiere dich so gründlich wie möglich über die konkrete Substanz und die entsprechende Dosierung, bevor du damit experimentierst. Beachte auch bei NPS deine Grundstimmung und das Umfeld, in dem du konsumierst (Set+Setting).

Vorsicht beim Mischkonsum!

  • Aufgrund des aktuellen Informationsstands ist von jeglichem Mischkonsum abzuraten.

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